Schwerpunkt

Der Behandlungsschwerpunkt meiner Wahlarztordination liegt in der Betreuung von Patienten mit Prostatakrebs. Im Rahmen einer gemeinsamen Beratungsmöglichkeit mit meinem Kollegen Dr. Kuczer (Radioonkologe) ermöglichen wir den Patienten eine optimale und individuelle Therapie.

Es handelt sich dabei um eines der ersten interdisziplinären Zusammenschlüsse zu einem auf Prostatakrebs spezialisierten ärztlichen Kompetenzzentrum im niedergelassenen Bereich.

In Zusammenarbeit mit OA. Dr. David Kuczer

praxis-margareten.at

  • Urologe-in-Wien-Dr-Markus-Riedl
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Prostatakrebs

Das Prostatakarzinom ist weltweit beim Mann der häufigste Tumor.

Mit rund 4800 Neuerkrankungen pro Jahr ist Prostatakrebs in Österreich die häufigste Krebserkrankung bei Männern.

Das Prostatakarzinom liegt unter den Todesursachen beim Mann nach dem Bronchialkarzinom und den kolorektalen Karzinomen an der dritten Stelle.

Das mittlere Erkrankungsalter beträgt dabei 70 Jahre.

Hauptrisikofaktoren sind das Alter und eine familiäre Belastung.

Es besteht ein Zusammenhang  von ernährungsbedingten und sozioökonomischen Faktoren.

Eine Früherkennungsuntersuchung, bestehend aus einem PSA Test und einer Tastuntersuchung der Prostata wird ab dem 45. Lebensjahr empfohlen. Bei Männern mit hohem Risiko für ein Prostatakarzinom (erstgradige Verwandte mit Prostatakrebs, familiäre Häufung) ab dem 40. Lebensjahr.

DRU (Digital rektale Untersuchung): Abtasten der Prostata über den Enddarm. Sie ermöglicht eine grobe Unterscheidung zwischen einer gutartigen und bösartigen Prostataveränderung.

PSA (Prostata spezifisches Antigen): Ist ein Enzym, das von Prostatazellen gebildet wird und der Samenverflüssigung dient.

Es wird als Tumormarker im Rahmen der Vor- und der Nachsorge verwendet.

Auffällig sind PSA Werte über 2,5 ng/ml, eine PSA Anstiegsgeschwindigkeit über 0,75 ng/ml/Jahr und freie PSA Werte unter 20%.

PSA basierte Früherkennung kann das Risiko an einem Tumor zu sterben senken!

Prostatabiopsie:

  1. „klassische“ transrektale Biopsie: ultraschallgestützte Entnahme von mindestens 10. Stanzzylindern aus der peripheren Zone der Prostata.
  2. MRT-Ultraschall-Fusionsbiopsie: Sie ermöglicht eine verbesserte und gezielte Biopsie der Prostata. Sie ist v.a. indiziert nach einer erstmaligen unauffälligen Biopsie bei weiter erhöhten PSA Werten.

Aktive Überwachung (active surveillance)

Voraussetzungen sind:

  • PSA Wert von max. 10 ng/ml
  • Gleason Score von max. 6
  • Ein klinisches Tumorstadium T1c oder T2
  • Tumornachweis in max. 2. Stanzzylindern von 10-12 entnommen
  • 50% Tumoranteil in den Stanzzylindern

Im Rahmen der aktiven Überwachung sollen in den ersten 3 Jahren alle 12-18 Monate Kontrollbiopsien inkl. PSA erfolgen.

Beendigung der aktiven Überwachung bei:

  • PSA Verdopplungszeit von weniger als 3 Jahren
  • Auftreten von Gleason Score 7 oder höher
  • Tumornachweis von mehr als 2 von 10-12 Biopsiezylindern oder
  • Mehr als 50% Tumoranteil in 1 Zylinder

Die radikale Prostatektomie ist ein kuratives chirurgisches Therapieverfahren für das lokal begrenzte und das lokal fortgeschrittene Prostatakarzinom.

  1. Radikale retropubische Prostatektomie

Weltweit am häufigsten angewendet. Es besteht dabei die Möglichkeit, gleichzeitig eine Lymphadenektomie durchzuführen.

  1. Radikale perineale Prostatektomie

Seltener durchgeführt. Onkologisches und funktionelles Ergebnis vergleichbar mit retropubischer Methode. Vorteil: geringere Invasivität. Nachteil: keine gleichzeitige Lymphadenektomie möglich.

  1. Robotisch assistierte laparoskopische Prostatektomie

Vorteil: geringer Blutverlust, Verbesserung der funktionellen Ergebnisse im Vergleich zur reinen laparoskopischen und retropubischen Technik. Nachteil: hohe Kosten

Alternative zur Operation bei lokal begrenztem und lokal fortgeschrittenem Prostatakarzinom.

  1. 3D konformale Strahlentherapie: Standardtechnik mit einer Strahlendosis von 74-80 Gy. Die Bestrahlung wird fraktioniert verabreicht, z.B jeden Wochentag 1,8-2 Gy pro Sitzung bis die Gesamtdosis erreicht ist.
  2. Intensitätsmodulierte Strahlentherapie (IMRT): Vorteil einer hochdosierten Bestrahlung bis 90 Gy.
  3. Protonentherapie: Bestrahlung mit Protonen. Vorteil: nebenwirkungsarm und effektive Therapie (Mendenhall NP et al. „Five-year outcomes from 3 prospective trials of image-guided proton therapy for prostate cancer“)

LDR (low dose rate) Brachytherapie

Dabei erfolgt die Bestrahlung über kleine Stifte mit radioaktivem Jod-125/Palladium-103, die ultraschallgestützt in die Prostata eingebracht werden. Vorteil: hohe Strahlendosis in der Prostata, Schonung der Nachbarorgane.

HDR (high dose rate) Brachytherapie

Dabei erfolgt die Bestrahlung über eine Iridium-192 Strahlenquelle und wird mit einer externen Bestrahlung kombiniert. Indikation sind Patienten mit einem lokal fortgeschrittenen und aggressiven Prostatakarzinom.

Dabei werden 4 Goldmarker ultraschallgestützt in die Prostata eingebracht. Der Vorteil darin besteht in einer exakten Markierung der Prostata im Rahmen der externen Bestrahlung. Damit werden Nachbarorgane (Blase, Darm) deutlich weniger stark von strahlenbedingten Nebenwirkungen betroffen.

Siehe Studie:

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/m/pubmed/24894851/

 

Ergebnis: Als Standard vor einer Strahlentherapie bei Prostatakrebs geeignet, um die Strahlentoxizität für Enddarm und Harnblase zu reduzieren.

  1. Hormontherapie
  2. Chemotherapie